arrow-left icon arrow-right icon behance icon cart icon chevron-left icon chevron-right icon comment icon cross-circle icon cross icon expand-less-solid icon expand-less icon expand-more-solid icon expand-more icon facebook icon flickr icon google-plus icon googleplus icon instagram icon kickstarter icon link icon mail icon menu icon minus icon myspace icon payment-amazon_payments icon payment-american_express icon ApplePay payment-cirrus icon payment-diners_club icon payment-discover icon payment-google icon payment-interac icon payment-jcb icon payment-maestro icon payment-master icon payment-paypal icon payment-stripe icon payment-visa icon pinterest-circle icon pinterest icon play-circle-fill icon play-circle-outline icon plus-circle icon plus icon rss icon search icon tumblr icon twitter icon vimeo icon vine icon youtube icon

BDSM oder Spiel mit mir

Geschrieben von Carolin Stephan 04 Jun 2018
BDSM oder Spiel mit mir

Der erste Gedanke bei BDSM oder SM? Perverse in Lack und Leder? Eine strenge, bestiefelte Domina? Shades of Grey? Die schöne Chaterine Deneuve als Severine in dem Film Belle du jour kommt sicher wenigen in den Sinn. La Deneuve spielt in diesem Film eine äußerst elegante, biedere, züchtige und gut situierte Arztgattin, die sich ihrem liebenden Ehemann sexuell verweigert. In Phantasien sexueller Gewalt und Erniedrigung erfährt sie große Lust. Tagsüber, wenn ihr Mann als Arzt in der Klinik arbeitet, lebt sie diese Lust als Prostituierte in einem kleinen Bordell aus. Und das nicht des Geldes wegen!

BDSM ist ein Überbegriff sexueller Vorlieben, die, solange sie nicht zwanghaft ausgelebt werden müssen sondern als Spiel und Bereicherung der sexuellen Lust dienen, keines Falls krank, pervers oder abnormal sind. Im Gegenteil: Studien belegen, dass Paare, die ihre sexuellen Phantasien (und Hand aufs Herz, die haben wir doch alle) in diesem Rahmen ausleben, psychisch äußerst stabil sind und bleiben. BD steht für Bondage and Discipline, SM steht für Sadism and Masochism. Im Großen und Ganzen geht es um das Spiel von Dominanz und Unterwerfung, um Führen und geführt werden, Kontrolle und Kontrollverlust, um Macht und Ohnmacht, um Scham und Schamlosigkeit und ein bisschen um den Schmerz der Lust. Vor Allem aber geht es um Hingabe, Loslassen, Freiheit, ungezügelte Leidenschaft und Geilheit (ich mag das Wort nicht aber mir fällt hier kein besseres ein).

 

Es geht um den Fick im Kopf

In unserem normalen Leben sind wir doch alle mehr oder weniger Kontrollfreaks. Immer alles im Griff haben. Entscheidungen werden verlangt, wir müssen funktionieren, den gesellschaftlichen Regeln und Normen entsprechen, unseren anerzogenen Werten gerecht werden. Das ist schön und mag gut und wichtig im Alltag und im respektvollem Miteinander auf Augenhöhe sein. Mit Sex, Begierde und Leidenschaft hat das aber nicht zwangsläufig zu tun. Erfüllender Sex schert sich nicht um Konventionen, Political Correctness, Feminismus, Erziehung oder Religion. Es ist es völlig ok, Phantasien zu haben und auszuleben. Da dürft oder müsst ihr loslassen in jeder Hinsicht. Aber nicht bedingungslos!

 

Voraussetzung für diese sexuelle Spielart ist ein großes Maß an Empathie und Sensibilität. Die Bereitschaft, sich in die Situation und die Bedürfnisse des Partners einzufühlen und mitzufühlen. Man muss seinen Partner lesen können. Auf kleinste Details und Reaktionen achten und diese richtig deuten. Auf der anderen Seite steht absolutes Vertrauen in den Partner, dass eben dies respektiert wird. Wenn Liebe dabei ist, bingo! Muss aber nicht. Es geht um Lust. Auf beiden Seiten.

 

BDSM: Zutaten der Lust, die weit über das körperliche Rein-raus hinausgeht

B wie Bondage

Bind your Body, free your mind: Bondage oder Rope play ist ein Überbegriff für erotische Fesselungen und Fixierungen. Es geht hier nicht darum, sein Darling wehrlos zu machen. Es geht um Halt, um Geborgenheit und Freiheit. Freiheit? Ja – beim Sex tun wir uns oft schwer egoistisch zu sein. Es geht immer um Nehmen und Geben und wir sind meist mehr bei unserem Partner als bei uns selbst. Wir können uns davon schwer befreien. Wenn wir gefesselt sind und nicht geben dürfen, zwingt uns unser Darling loszulassen, ganz bei uns zu sein. Wir werden zur Hingabe genötigt. Voraussetzung ist uneingeschränktes Vertrauen in die Achtsamkeit des Partners.

 

Der fixierte Partner darf genießen, währen sein Gegenüber genau daraus seine Befriedigung erfährt. Zu erleben, wie sich der Partner vor Lust verliert, ist eine große Bestätigung und verschafft uns selbst einen extremen Lustgewinn. Bevor ihr tief in die Thematik des Bondage und Rope Play eintaucht und kunstvolle Fesselakrobatik à la Araki vor Augen habt, fixiert euren Partner einfach mal. Verbindet ihm die Augen, verwöhnt ihn und achtet dabei auf jede noch so kleine Reaktion. Auch nichts tun und in Erwartung verharren lassen kann sehr lustvoll sein.

D wie Discipline & Domination

Oder the beauty of shame: Jeder von uns lebt mit einem mehr oder weniger engen Korsett aus Erziehung, gesellschaftlicher Regeln und der Scham vor der eigenen Zügellosigkeit. Das macht man nicht, das gehört sich nicht, etc. Ist es da nicht wundervoll, dieses Korsett mal abzulegen und zum eigenen Glück gezwungen zu werden? In die devote Rolle zu schlüpfen, klare Ansagen zu bekommen und damit aus der Verantwortung der eigenen Handlung entbunden zu werden? Getreu dem Motto: Ich würde das niemals tun, aber ich musste ja. Und sorry, es war mega.

Ein Großteil der starken und selbstbestimmten Frauen und Männer wollen beim Sex dominiert und geführt werden.

Es kann sehr befreiend sein, Unerhörtes zu tun, das wir uns ohne Unterwerfung niemals trauen würden. Hier geht es auch um die Lust an der Bestrafung und den Gegensatz von Strafe und Belohnung. Um diese Spielart auszuprobieren, eignen sich kleine Rollenspiele, in welchen ihr als Paar in einer neuen Konstellation aufeinander trefft. Hier muss nicht um den Oscar geschauspielert werden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und wer sich mit der Vorstellungskraft schwer tut, kann sich Anregung in geführten Rollenspielen holen.

SM wie Sadism/Masochism

Oder wenn die Endorphine fliegen: Sadismus geht nur zusammen mit dem Gegenpart, dem Masochismus. Und hier steht der Masochist im Mittelpunkt. Der Masochist empfindet Lust durch Schmerz und Demütigung. In gegenseitigem Einvernehmen und in fest vereinbartem Rahmen. Findet der Masochist einen Partner, der seinerseits Lust an der Dominanz und der lustvollen Qual seines Gespielen findet, haben sich zwei gefunden, die eine wundervolle authentische Form der Sexualität ausleben können. Durch den gefühlten Schmerz gelangt man in immer tiefere und intensivere Gefühlslagen – wovon beide Partner bei diesem Spiel profitieren.

Woher kommt der Kick an der Qual? Ich möchte mich jetzt nicht in psychologische Abgründe begeben, sondern einen etwas provokanten Vergleich anstellen: Körperliche Anstrengungen genauso wie Schmerzerfahrungen können durch die Ausschüttung von Endorphinen (körpereigenes Morphin) ein Glücksempfinden hervorrufen. Diese Wirkung wird inzwischen medizinisch anerkannt, wenn auch individuell höchst unterschiedlich erlebt. Also wenn sich der eine durch einen Marathon quält oder der andere diese Grenzerfahrung durch das gezielte und einvernehmlich Zufügen von körperlichem Schmerz macht, hat es die gleich beflügelnde Wirkung. Außerdem beeinflusst das Endorphin die Produktion von Sexualhormonen. Ja, in jedem Leistungssportler steckt ein kleiner Masochist. Und es ist doch so schön, wenn der Schmerz nachlässt.

 

Ihr seht, das Thema BDSM kann man zwar in seine einzelnen Bestandteile zerlegen, die Übergänge sind jedoch flexibel. Ebenso die Kombinationen aus den einzelnen Bestandteilen. Nicht jeder Dominante ist ein Sadist und devot kann man auch sein ohne die Lust am Schmerz zu suchen. Wie aus diesen Zutaten die individuelle Lust zubereitet wird, ist grenzenlos. Und es muss auch nicht immer Haute Cuisine im Bett gespielt werden. Es darf auch mal Fast Food oder Hausmannskost sein. Es kommt wie immer auf die Mischung an.

Hier ein Paar anregende und aufregende Produkte zum Spiel

Schreibe ein Kommentar

Kommentare müssen genehmigt werden